Dezember 2014

Weihnachtsbrief von der Energieagentur

Liebe Freundinnen und Freunde der Energieagentur,

seit fünf Jahren setzen wir uns für die regionale Energiewende im Sinne des Klimaschutzes ein. Seit der Erklärung von Rio aus dem Jahre 1992 haben sich zwei Einsichten bewahrheitet: Nur vor Ort kann die Energiewende umgesetzt werden und man benötigt dafür passende Rahmenbedingungen. Die zunehmende Belastung der Athmosphäre mit Treibhausgasen zeigt auch, dass keine Zeit mehr zum Warten auf die große globale Lösung bleibt. Nein, die Jahrhundertaufgabe erfordert zügige Taten auf allen Ebenen und von allen Beteiligten. All diejenigen, die den Rahmen der eigenen Möglichkeiten für die Emissionsfreiheit ausschöpfen, sind entscheidend. Deswegen freuen wir uns so sehr über gemeinsame tatkräftige Aktionen mit Ihnen.

 

Wie steht es zum Jahresende um die Energiewende?

copyright: sfv / mesterIm Januar waren die Reformpläne der damals neuen Koalition aus CDU, CSU und SPD frisch auf dem Tisch. Wir diskutierten die Ansätze zum Erneuerbare-Energien-Gesetz und übermittelten ein regionales Stimmungsbild nach Berlin. Neben den Stärken kritisierten wir auch Schwächen: Heute liegen beispielsweise die Ausbauzahlen für Photovoltaik unter dem "Ausbaukorridor", der den Ausbau erneuerbarer Energien deckelt. Obwohl sich die Photovoltaik noch immer rechnet, haben die vielen Reformen die Verbraucher zu stark verunsichert. Dieser Sachlage geschuldet wurde, durch das Land Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der frisch gegründeten Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) die Solar-Beratung ins Leben gerufen. Den Weg einer Solarkampagne haben wir mit unterschiedlichen Elementen kosequent eingeschlagen: Mit dem Wettbewerb "Unser Dorf nutzt die Sonne" werden Bürgerinnen und Bürger in 23 Dörfern Südniedersachsens zum Handeln angeregt. Mit dem Solardachkataster kann die Eignung des eigenen Daches für Solarenergie festgestellt werden. Diese beiden Kampagnenbausteine werden von, mit und in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode am Harz und der Stadt Göttingen verwirklicht.

Zur Windenergie haben wir Diskussionsforen moderiert. Es gab deutliche Proteste von Anwohnenden. Wir setzen uns für Möglichkeiten der finanziellen Bürgerbeiteiligung und eine faire Diskussion ein. Für den Klimaschutz ist die Windkraft eine wichtige Säule. Die Rahmenbedingungen sind unsicher geworden: Heute weiß noch niemand, wie das für 2017 angekündigte Ausschreibungsmodell organisiert werden soll.

Der Neubau von Biogasanlagen ist seit der im August geltenden Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sehr schwierig geworden. Bei der Bioenergie geht es auch um eine ökologische Optimierung. Dafür haben wir aus dem Forschungsprojekt BEST (Bioenergie-Regionen stärken) interessante Lösungsansätze für unsere Region in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Mit der Partnerregion Wendtland-Elbtal haben wir uns um Effizienzsteigerungen in Nahwärmenetzen gekümmert und die Erprobung alternativer Gärsubstrate durch Wildpflanzen gekümmert.

Die wichtigste erneuerbare Energiequelle ist die Energieeffizienz.

Erst im Dezember wurde nun eine Initiative gestartet, welche in Unternehmen die Potentiale für Energieeffizienz und Ressourceneffizienz heben soll. Im nationalen Aktionsplan Energieeffizienz gibt es dafür hoffnungsvolle Ansätze. Passgenau haben wir mit acht weiteren Partnern den Startschuss für das neue Netzwerk Energie- und Materialeffizienz in Unternehmen in den Landkreisen Göttingen, Osterode am Harz und Goslar gegeben.

Bei der Gebäudemodernisierung sind diejenigen, die es praktisch umsetzen, unersetzlich. Erstmals konnten wir in diesem Jahr Akteursforen zur Energieeinsparverordnung und zur Solarenergie anbieten, wo es um den Austausch und die Fortbildung von vielen am Bau beteiligten Akteure ging. Zur Gebäudesanierung werden Quartiersansätze deutlich unterstützt, mit denen die Modernisierung im Bestand gestärkt wird. Zusätzlich will das Bundesminesterium für Wirtschaft und Energie im kommenden Jahr einen Vorschlag zur steuerlichen Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Wärme vorlegen. Wenn die Länder mitmachen, kann dies einen deutlichen Schub in der Sanierungsrate bringen. In unserer eigenen Evaluation haben wir festgestellt, dass die Mittel aus dem Förderprogramm Altbausanierung im Landkreis nicht nur das Klima schützen, sondern pro gefördertem Euro auch 22 Euro regionale Wertschöpfung generieren. Dieser Zuschuss wurde vom Kreistag für ein weiteres Jahr bestätigt. Jedoch ist auch hier die Aufklärung wichtig, da durch einige Medienberichte die pauschale Kritik am "Dämmwahn" einmal mehr die Bürgerinnen und Bürger verunsichert. Um hier für eine unabhängige Beratung zu sorgen, wollen wir verstärkt Gesprächsabende im Rahmen der bundesweiten Hauswende-Kampagne bieten.

Auch im Haushalt kann etwas gemacht werden. Besonders wichtig ist es, dass die Energieverbräuche bewusst werden. In dem Projekt Stromspar-Check PLUS für Haushalte mit geringem Einkommen werden "Stromsparhilfen" verschenkt, mit denen beispielsweise bei der Beleuchtung oder beim Kühlschranktausch unmittelbar Energie eingespart wird. Auch durch ein achtsames Verhalten kann bereits Geld und Energie eingespart werden.

Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre vielfältige Unterstützung, die gute Zusammenarbeit und ein spannendes gemeinsames Jahr. Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und erholsame Tage in der Jahreswende.

Ihr Team der Energieagentur

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