Newsletter Herbst 2012

Neues von der Energieagentur

Liebe Mitglieder,

der Herbst ist auch in der Energieagentur bunt und lebendig geprägt. Passend zum Beginn der Heizperiode haben wir gemeinsam mit dem treffpunkt Energie die Broschüre "Richtig heizen mit Holz" fertiggestellt. Aus dem Forschungsprojekt BEST haben wir Veranstaltungen zum Thema holziger Biomasse für Waldbesitzer, Förster und Interessierte angeboten. Dass der Wald und Windräder verträglich sein können, zeigte die sehr konstruktive Diskussion zum Thema an einem Abend in der Energieagentur. Und: wir gehen gern auf´s Land – in vielen Informationsveranstaltungen in der Stadt und im Landkreis Göttingen trifft man das Team der Energieagentur mit unterschiedlichsten Themen momentan an.

Viel Bewegung bringen auch die neuen Klimaschutzmanager der Stadt und des Landkreises Göttingen in die Klimaschutzszene der Region. Lesen Sie mehr auf unseren Newsletter-Seiten.

Meine Damen und Herren, wir freuen uns über neuen und gestärkten Rückenwind, denn viele regionale Unternehmen stärken die Grundfinanzierung der Energieagentur. So können wir weiter daran arbeiten, Menschen zu informieren und zu sensibilisieren, aber auch an ungewöhnliche runde Tischkonstellationen für zukunftsweisende Projektideen zu bringen. „Dem Klimaschutz ein Gesicht geben“ lautet unser Motto – ein Blick auf unsere neu gestaltete Website lohnt sich!

In diesem Sinne freue ich mich auf einen lebendigen Austausch!

Ihre

Doreen Fragel

 

Aktuelles

13. & 14.10.: Expertenrunden auf der Messe ZUHAUS
Als ideeller Partner hat die Energieagentur Expertenrunden und ein Vortragsprogramm auf der ZUHAUS Messe ins Leben gerufen. Dabei wollen wir noch einmal den Referenten danken, welche überwiegend aus dem Kreise der Mitglieder gewonnen werden konnten. In den gut nachgefragten Gesprächsmöglichkeiten konnten praktische Fragen im Dialog mit Fachleuten geklärt werden.

"Unser Dorf spart Strom!" gewinnt Klimaschutzpreis
Die veranstaltenden Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode am Harz haben mit dem Projekt "Unser Dorf spart Strom" beim niedersächsischen kommunalen Klimaschutzwettbewerb gewonnen. Das Preisgeld von 5.000 € wird an die teilnehmenden Dörfer weitergegeben.

Stadt und Landkreis Göttingen werden ausgezeichnet

  • Die Stadt Göttingen ist „Energie-Kommune des Monats November 2012“ mehr..
  • Der Landkreis Göttingen ist nun "100% Erneuerbare-Energie-Region" mehr..

Alles rund um die Bioenergie
In der virtuellen Fachbibliothek des Forschungsprojektes BEST finden Sie Antworten zu diversen Fragen der Bioenergie. Unter der Internetadresse www.best-bibliothek.de wurden bisher 1120 Quellen aus Wissenschaft und Praxis zusammengetragen. Zudem sind für die virtuelle Fachbibliothek Ergebnisse des Forschungsprojektes BEST allgemeinverständlich aufbereitet worden. In den Räumen der Energieagentur kann die Literatur in Absprache mit Frau Dr. Inga Mölder eingesehen werden.

Dürfen wir vorstellen: Ute Wetzel
Als Dipl.-Ingenieurin für Energietechnik und mit mehrjährigen Erfahrungen im betrieblichen und kommunalen Umweltschutz koordiniert Ute Wetzel den Bereich Haushalts-Energieberatung mit sechs Bürgerarbeitern, um möglichst viele Menschen zu einem aktiven Energiesparen zu motivieren.

Neue Förderer 2012

Die Energieagentur ist eine kommunal an die Stadt und den Landkreis Göttingen angelehnte Institution. Finanziert wird der Verein durch die Zuschüsse der Stadt und des Landkreises Göttingen sowie durch Spender aus der Wirtschaft. Tragende Säule sind außerdem die 84 Mitglieder. Nur durch eine breite und dauerhafte Grundfinanzierung kann die vielschichtige Arbeit der Energieagentur Region Göttingen gewährleistet und gesichert werden.

Im Sommer hat dazu der Vorstand die E.ON Mitte AG als weiteren Grundfinanzierer aufgenommen. Das Energieversorgungsunternehmen engagiert sich im gleichem Maße wie die Stadtwerke Göttingen AG und die Sparkasse Göttingen womit der regionale Klimaschutz unterstützt wird. Für das Projekt Haushalts-Energieberatung engagieren sich die Gemeindewerke Bovenden, Harz Energie sowie die Versorgungswerke Münden. Erfreulich ist, dass auch die Wohnungswirtschaft in Göttingen Verantwortung zeigt und die Bemühungen um Energieeinsparung unterstützt - die Städtische Wohnungsbau GmbH und die Volksheimstätte konnten ebenfalls in die Projektfinanzierung aufgenommen werden.

Veranstaltung zu Windenergie im Wald fand großes Interesse

Rund 100 Teilnehmer aus der Region hatten sich am 22.11.2012 über die Möglichkeiten einer Ausweitung der Windenergienutzung auf Waldgebiete informiert und konstruktiv diskutiert.

Die gute Resonanz zeigt eine hohe Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aus den Vorträgen und der Diskussion wurden vielfältige Rahmenbedingungen und Argumente aus Sicht der Windkraftprojektierung, des Naturschutzes und der Forstwirtschaft deutlich.

Über Waldgebieten liegen zum Teil günstigere Windverhältnisse vor, sodass eine Windenergienutzung wirtschaftlich attraktiv sein kann. Gleichzeitig soll diese für Mensch, Natur und Landschaft verträglich sein. Dabei muss insbesondere der Artenschutz differenziert betrachtet werden. Brutbiotope z.B. von Schwarzstörchen scheiden aus. Zu klären sind vor allem die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf unterschiedliche Fledermausarten.
Auch Waldbesitzer verweisen auf bestimmte Belange zur Erhaltung des Naturraumes Wald - stehen dem Thema ansonsten aber überwiegend aufgeschlossen gegenüber. So sollten, um eine Durchschneidung von Lebensräumen zu vermeiden, vorhandene Wege zur Erschließung genutzt werden. Einigkeit herrscht darüber, dass Naturschutzgebiete sowie mittelalte und alte Laubmischwälder ausgeschlossen werden sollten. Hingegen könnten z.B. durch Sturmschäden gestörte Waldflächen geeignete Standorte sein.

Es wurde ersichtlich, dass die Windenergie im Wald einer gründlichen Abwägung von Argumenten und einer genauen Prüfung der regionalen Gegebenheiten bedarf. Anders als z.B. im Nachbarland Hessen sind in Niedersachsen derzeit Windenergieanlagen im Wald nur in Ausnahmefällen möglich. Für Süd-Niedersachsen könnte sich jedoch gegebenenfalls eine andere Sichtweise ergeben als im flachen Nord-Niedersachsen. Die Veranstaltung hat nun einen Anstoß für weitere Betrachtungen gegeben.

Ansprechpartner: Winfried Binder

Rotmilan-Gutachten zeigt mögliche Windenergiestandorte im Landkreis Göttingen auf

Im Rahmen der Neuaufstellung des regionalen Raumordnungsprogramms erstellt der Landkreis Göttingen ein Gesamtkonzept für die Ausweisung potenzieller Windenergiestandorte. Der Rotmilan erfährt in Niedersachsen als „höchst prioritäre Brutvogelart“ besonderen Schutz. Sein Vorkommen gilt als Ausschlusskriterium für den Bau von Windenergieanlagen. In einem Radius von 1.250 m um die Brutstandorte sind Schutzzonen auszuweisen. Die Kreisverwaltung hat nun ein Fachgutachten über die Brutplätze des Rotmilans im Landkreis vorgestellt. Auf dem Gebiet der Stadt Göttingen wurde 2012 ebenfalls eine Kartierung der Rotmilan-Brutvorkommen durchgeführt.
Als Ergebnis konnten 2012 im Landkreis (ohne das Vogelschutzgebiet V 19) 85 Rotmilan-Brutpaare nachgewiesen werden. Das hohe Rotmilan-Vorkommen führt zwar mancherorts zu einer Einschränkung der Windenergie-Nutzungsmöglichkeiten, unter Einbindung der Bürger können an den möglichen Standorten nun aber Detailabwägungen für tragfähige Windenergielösungen stattfinden. zum Gutachten

Richtig Heizen mit Holz: energieeffizient, schadstoffarm, komfortabel

Unter diesem Titel hat die Energieagentur Region Göttingen gemeinsam mit dem treffpunkt energie eine Broschüre herausgebracht. Das Heizen mit Holz hat eine lange Tradition. Moderne Öfen oder Anlagen können eine angenehme Wohnatmosphäre schaffen und auch die gesamte Wärmeversorgung sicherstellen. Mit der neuen Broschüre möchte die Energieagentur die Verbraucher motivieren, Holzenergie zum Beheizen von Wohngebäuden einzusetzen. Als Wegweiser für Anlagenauswahl, Brennstoffqualität und effektiven Betrieb beim Heizen mit Holz vermittelt die Broschüre Fachwissen für eine umweltgerechte Anwendung der Holzenergie.
 
Partner der Broschüre sind die Schornsteinfeger der Kreisgruppe Göttingen, die Sanitär-Heizung-Klima-Innung Südniedersachsen, das 3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe e.V. sowie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V.

Die für Verbraucher kostenlose Broschüre erhalten Sie bei der Energieagentur und in Kürze auch bei regionalen Praxispartnern. zur Broschüre

Ansprechpartner: Winfried Binder

Energie aus Waldrestholz: Forscher, Waldbesitzer und Förster diskutieren

Mit dem Thema "Energie aus unserem Wald?" wurden Waldbesitzer und Förster mit den Wissenschaftlern des Forschungsprojektes BEST an einen Tisch gebracht. Sie diskutierten mit Wissenschaftlern der NW-FVA, der Universität Göttingen und des 3N-Kompetenzzentrums zu Themen, die von der Energieholzproduktion bis zur Verbrennung des Holzes reichten. Im Mittelpunkt stand die Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung der rund 40.000 ha Wald. Die Buche ist die wichtigste Baumart der Göttinger Wälder und ist als Brennholz beliebt. Ob deshalb jedoch eine Vollbaumnutzung vom Stamm bis zur Krone in Frage kommt, ist von der notwendigen guten Nährstoffversorgung der Waldbestände abhängig.

Derzeit ist nach Berechnungen aus BEST die ausschließliche Bereitstellung von Waldrestholz in Form von Hackschnitzeln selten rentabel. Werden jedoch durch die Energieholzgewinnung historische Waldformen wie Nieder- und Mittelwald und damit Kulturlandschaften erhalten und gleichzeitig zusätzliche Naturschutzaufgaben wie z.B. die Förderung der Biodiversität erfüllt, kann die geringere Produktivität in den historischen Waldformen durch den zusätzlichen ökologischen Nutzen ausgeglichen werden. Die Vorträge der Veranstaltung finden Sie auf unserer Website im Veranstaltungsarchiv.

Ansprechpartnerin: Dr. Inga Mölder

Forschung zum Anfassen – BEST geht auf´s Land

Das Göttinger Land ist als Bioenergie-Region nicht nur bei der Erzeugung von Biogas für die Zukunft gut aufgestellt, sondern profitiert auch von der Arbeit unterschiedlichster Forschungsprojekte. Am 18.10.2012 konnten sich alle Interessierten die Kurzumtriebsplantagen (KUP) des BEST-Projektes in Friedland und Reiffenhausen ansehen.

Vor Ort zeigten Wissenschaftler des Projektes aus Göttingen, Kassel und Braunschweig Teile ihrer Arbeit, führten Messgeräte vor und gaben Antworten auf Fragen der Exkursionsteilnehmer. Thematisch ging es um Anbausysteme, den Wasserhaushalt und seinen Einfluss auf die Biomasse, den Stickstoff in Pflanzen und im Boden sowie um Treibhausgase aus dem Boden. Der Kreislauf zwischen Biomasseproduktion und -verwertung schloss sich mit der Vorstellung des Biomasseheizwerkes des Bioenergiedorfs Reiffenhausen. Für April kommenden Jahres wird eine weitere geführte Exkursion zu den Flächen geplant.

Ansprechpartnerin: Dr. Inga Mölder

Bioenergie-Regionen Göttinger Land und Wendland-Elbetal kooperieren als "Zwillingsregion"

Wie bereits 2009 – 2012 gehört die Bioenergie-Region Wendland-Elbetal zu den 21 Regionen in Deutschland, die über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe eine Förderung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) erhalten.

Ziel der Förderung ist es, technische und kommunikative Strukturen zum Ausbau von Bioenergie im ländlichen Raum zu etablieren. Für die weitere Förderung 2012 - 2015 wird dafür die Kooperation mit einer Zwillingsregion vorausgesetzt.

Entsprechend dem von der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal erarbeiteten regionalen Entwicklungskonzept, soll es bei der Kooperation mit der Bioenergie-Region Göttinger Land insbesondere um einen Wissenstransfer und gemeinsame Aktivitäten zu den folgenden Themengebieten gehen:

  • Bioenergie und Naturschutz: Dialog zur gemeinsamen Positionierung, modellhafte Umsetzung nachhaltiger Flächenbewirtschaftung
  • Optimierung und Effizienz: Effizienzsteigerung Wärmenetze, Optimierung Wärmeversorgung in öffentlichen Gebäuden
  • Wissenstransfer Bioenergie: Bildung und Qualifizierung, Modelldörfer / Fachtourismus

In der Region Göttinger Land wird das Projekt von den folgenden Ansprechpartnern betreut:

  • Dr. Hartmut Berndt, Landkreis Göttingen, LEADER Regionalmanagement
  • Winfried Binder, Energieagentur Region Göttingen, Netzwerk Regenerative Energien
  • Heiko Lohrengel, CNE - Bioenergiedorf Jühnde Centrum Neue Energien GmbH

zur Zwillingsregion Wendland-Elbetal

Informationsveranstaltungen in Kommunen

Die Energieagentur informiert in diversen Veranstaltungen, die von Ortsräten, Bürgerinitiativen oder Interessierten angeschoben werden. Unsere Experten in den Bereichen Altbausanierung, Förderprogramme, Haushalts-Energie und erneuerbare Energien veranschaulichen konkret und bürgernah, wo die Herausforderungen und Anforderungen der Zukunft liegen und wie wir sie annehmen und lösen.

Wir rufen ausdrücklich alle Ortsräte und Verantwortliche auf, das Angebot der Energieagentur zu nutzen. Das Team der Energieagentur steht Ihnen gern zur Verfügung.

Neue Klimaschutzprojekte der Stadt Göttingen gestartet

Klimaschutz bedeutet auch für die Stadt Göttingen eine zentrale Herausforderung. Sie hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Bis zum Jahr 2050 sollen die Treibhausgasemissionen in der Stadt Göttingen vollständig auf Null und der Endenergiebedarf mindestens um die Hälfte reduziert werden. Die Stadt Göttingen will bis 2050 klimaneutral werden. Zur Erreichung der Klimaschutzziele wurden im Sommer zwei wichtige Projekte gestartet: Der „Masterplan 100% Klimaschutz“ und die „Klima-Werkstatt“.

Die Klima-Werkstatt
Bei der Klima-Werkstatt spielt die Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle. Bis Ende September 2012 konnten Bürger/innen ihre eigenen Projektideen zum Klimaschutz in der Stadt Göttingen einsenden. Aus den 45 eingereichten Vorschlägen wählte eine Jury 26 interessante und nachahmenswerte Projekte aus. Die ausgewählten Projektideen wurden am 11. Oktober 2012 beim 1. Göttinger Klimaschutz-Tag öffentlich präsentiert und decken ein breites Themenspektrum von Energie, Verkehr oder Ernährung bis zu Aktionen, Bildung, Beratung oder Technik ab. In der Werkstattphase von November bis Februar 2013 werden die Vorschläge nun weiterbearbeitet. Hier „werkeln“ die Ideengeber/innen gemeinsam mit Fachleuten und unter Leitung von Moderatoren/innen an Werkstatt-Tagen an ihren Klimaschutz-Projekten.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Masterplan 100% Klimaschutz für Göttingen
Das Göttinger Klimaschutzkonzept wird zu einem Masterplan fortgeschrieben, der Wege zur Klimaneutralität bis zum Jahre 2050 aufzeigt.
Gemeinsam mit der Georg-August-Universität und der Stadtwerke Göttingen AG hat sich die Stadt Göttingen für den Förderschwerpunkt „Masterplan 100% Klimaschutz" des Bundesumweltministeriums beworben und wurde als eine von bundesweit 19 Kommunen ausgewählt. Das Masterplan-Projekt ist in zwei Phasen mit verschiedenen Bausteinen unterteilt: Bis Dezember 2013 werden Leitbilder, Strategien und Maßnahmen erarbeitet sowie das Konzept erstellt. Konkrete Projekte werden benannt. Ab Januar 2014 bis Juni 2016 beginnt die Umsetzungsphase. Den Erarbeitungsprozess und die Umsetzungsphase wird die neu eingestellte Klimaschutzmanagerin Nina Hemprich begleiten.
Im Rahmen des Masterplans 100 % Klimaschutz werden die bestehenden Initiativen und bisherigen Klimaschutzaktivitäten gebündelt und mit der Perspektive 2050 weiterentwickelt. Das Konzept ist ein Gemeinschaftsprodukt: Bürgerinnen und Bürger, Entscheidungsträger, Einrichtungen und Unternehmen aus Göttingen sowie Experten mit dem Blick von außen arbeiten daran mit.

Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis Göttingen und kreisangehörige Kommunen

Der Klimaschutz spielt auch für den Landkreis Göttingen eine zentrale Rolle. Durch eine Reihe verschiedener Maßnahmen und Initiativen hat der Landkreis bereits frühzeitig die Weichen für eine klimaverträgliche Zukunft gestellt: Als Mitglied des Klimabündnisses hat er sich bereits 1993 auf eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2030 (Basisjahr 1990) um 50 % verpflichtet. 2010 beschloss der Kreistag den nachhaltigen Ausbau erneuerbarer Energien. Bis 2040 soll alle im Landkreis benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen und in der Region produziert werden.

Aber die Situationen in den Kommunen die des Landkreises sind sehr unterschiedlich. Klimaschutz geht über den reinen Einsatz von erneuerbaren Energien hinaus: Was können wir tun, um Energie einzusparen? Was können wir tun, um CO2 abzubauen? Wo stecken bisher noch ungenutzte Energiepotenziale? Wie gestaltet sich die Verkehrssituation in der Zukunft? Diesen und weiteren Fragestellungen soll im Zuge der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes nachgegangen werden.

Das gemeinsame Klimaschutzkonzept des Landkreises und der kreisangehörigen Kommunen wird eine verbindliche Grundlage für die Klimaschutzaktivitäten im Landkreis und den kreisangehörigen Kommunen sein. Es wird in der Zeit vom 01.09.2012 bis zum 31.08.2013 erstellt. Das Ziel ist die Verankerung des Themas in allen klimarelevanten Bereichen der Region. Die Erarbeitung des Konzeptes erfolgt unter Nutzung von Fördermitteln der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Mit der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes wurde die Arbeitsgemeinschaft mensch und region, GEO-NET, Siepe-Energieberatung aus Hannover beauftrag. Begonnen wird mit einer Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten und einer Analyse der aktuellen energetischen Ist-Situation. Darauf aufbauend wird ein realistisches und umsetzbares Maßnahmenprogramm mit Zielen und Handlungsempfehlungen für die nächsten 10 bis 15 Jahre und darüber hinaus entwickelt. Dabei werden wichtige Akteure frühzeitig beteiligt um das Konzept umsetzen zu können. Den Erarbeitungsprozess und die Umsetzungsphase wird seit April von dem Klimaschutzbeauftragten Patrick Nestler begleitet.

Ansprechpartner: Patrick Nestler - zum Landkreis Göttingen

Finanzielle Unterstützung zur energetischen Altbausanierung

In der Energieagentur können sie sich zu Fördermitteln für die Altbausanierung beraten lassen. Hier wollen wir Ihnen wichtige Angebote vorstellen:

Förderung der „Vor-Ort-Beratung“ des BMWi

Die „Vor-Ort-Beratung“ ist eine wichtige Hilfe für alle Haus- und Wohnungseigentümer/-innen, um den Energieverbrauch ihrer Immobilie deutlich zu verbessern und den Gebäudewert zu steigern. Der Energieberater erstellt eine Gebäudeanalyse und danach ein individuelles Sanierungskonzept mit Maßnahmenplan und Empfehlung zur zeitlichen Abfolge.

Gefördert wird eine „Vor-Ort-Beratung“, die durch einen unabhängigen, qualifizierten Energieberater durchgeführt wird. Für das Gebäude muss der Bauantrag / Bauanzeige vor dem 01.01.1995 gestellt worden sein. Ebenso müssen mindestens 50% der Gebäudefläche zu Wohnzwecken genutzt werden.

Für das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ wird die Vor-Ort-Beratung zugrunde gelegt. Vor der Durchführung der „Vor-Ort-Beratung“ muss der Energieberater online bei der Bafa den Antrag auf Zuschuss stellen. Der Zuschuss beträgt 400 € für 1-2 Familienhäuser und 500 € für Mehrfamilienhäuser ab der dritten Wohneinheit und mehr, höchsten aber 50% Beratungskosten.

Energieeffizienzdarlehen Niedersachsen

Die NBank will mit dem Energieeffizienzdarlehen Niedersachsen ein Anreiz für die Sanierung bzw. Modernisierung von Wohnraum geben und somit den CO2-Ausstoß bei bestehenden Wohngebäuden zu senken.
Dafür gewährt die NBank eine zusätzliche Zinsverbilligung des ohnehin günstigen Darlehens der KfW-Bankengruppe „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ (Programm 152 – Einzelmaßnahmen) für die erste 10 Jahre Darlehenslaufzeit. Die Darlehenshöhe beträgt 50.000 Euro pro Wohneinheit bei einem Darlehensmindestbetrag von 10.000 Euro. Der Antrag ist vor Beginn der Sanierungsmaßnahme zu stellen und muss von einem Sachverständigen bestätigt werden.
Gefördert werden ausschließlich Leistungen von Fachbetrieben. Die technischen Mindestanforderungen entsprechen denen der KfW-Bankengruppe.

Rufen Sie uns an, wir informieren Sie gerne 0551 / 370 749 80

Ansprechpartnerin: Corinna Fiege-Borchert

Studien zur Kostendiskussion um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Spätestens seit dem Anstieg der EEG-Umlage gibt es eine scharfe Diskussion um den Strompreis. Dabei werden unterschiedliche Reformansätze des bestehenden Gesetzes diskutiert oder der Ersatz durch ein Quotenmodell. Dieser Vorschlag würde Stromerzeuger zu einer geplanten Quote erneuerbarer Energien im Erzeugungsmix verpflichten. Von den Verbänden für erneuerbare Energien wird hingegen gefordert, die EEG-Ausnahmeregelungen für energieintensive Betriebe abzuschaffen, welche den Stromverbrauchern derzeit rund 1,5 ct./kWh kosten.

In allen Ansätzen geht es um die Senkung der Stromkosten. Um dabei dennoch die politischen Ziele der Bundesregierung einhalten zu können (50 % erneuerbarer Strom bis 2030, 65 % bis 2040, 80 % bis 2050) und zugleich die Kosten zu optimieren, ist eine sorgfältige Auseinandersetzung erforderlich. Dazu empfehlen wir folgende Studien, wobei bereits ein Blick in die Zusammenfassungen aufschlussreich ist:
 
„RE-Shaping: Shaping an effective and efficient European renewable energy market“
Die Studie analysiert europäische Erfahrungen mit unterschiedlichen Fördermodellen. Ergebnis ist, dass Einspeisetarife wie das EEG zu einem schnelleren Ausbautempo als Quotenmodelle führen. Bei Quotenmodellen können die Verwaltungskosten signifikant steigen. Generell sind technologie-spezifische Förderungen wie das EEG effektiver und effizienter als technologie-neutrale, wie die Quotenmodelle. Von einer EU-Harmonisierung wird in der Arbeit vor 2020 abgeraten.
Quelle: Fraunhofer ISI, TU Wien, DIW, Uni Utrecht, Uni Boccony, KEMA, Litauisches Energie Institut, Energo Banking zur Studie

„Strompreisentwicklungen im Spannungsfeld von Energiewende, Energiemärkten und Industriepolitik.
Der Energiewende-Kosten-Index (EKX)“
Mit dem Energiewenden-Kosten-Index wird differenziert, welche Faktoren in welchem Maße zur Strompreis-Steigerungen führen. Neben der EEG-Umlage sind ebenfalls Brennstoffpreise massiv und Kosten für industrielle Ausnahmeregelungen gestiegen. Ebenfalls müssen Kosten dämpfenden Effekte erneuerbarer Energien an der Strombörse abgezogen werden („Merit-Order-Effekt“).
Quelle: Öko-Institut e.V. zur Studie

„Studienvergleich: Entwicklung der Brennstoffpreise fossiler Rohstoffe“
Für alle Preisprognosen muss die Preisentwicklung fossiler Energieträger abgeschätzt werden. Damit kann dann die Differenz zu erneuerbaren Energien berechnet werden. Der Studienvergleich hat jedoch ergeben, dass in dieser entscheidende Schätzung in den Prognosen bis zu 150 % voneinander abweichen. Aussagen zu den Gesamtkosten der Energiewende sind somit schwierig.
Quelle: Agentur für erneuerbare Energien zum Studienvergleich

“Ausweisung der EEG-Umlage: eine kritische Analyse”
In der Studie wird über unterschiedliche Wege bewiesen, dass das EEG ein notwendiger Anreiz ist, um Marktverzerrungen auszugleichen. Es wird festgestellt, dass die Höhe der Umlage deutlich über den tatsächlichen Kosten erneuerbarer Energien liegen, weshalb sich diese nicht für Vergleiche eignet.
Quelle: Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) zur Studie

„Was Strom wirklich kostet – Vergleich der staatlichen Förderungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten
von konventionellen und erneuerbaren Energien“
Die Studie addiert die absoluten Fördersummen aller Energieträger mit dem Erzeugungspreis und den externen Kosten für Klimafolgen usw.. Würden die aktuellen Rahmenbedingungen diese tatsächlichen Kosten reflektieren, wären Wasser und Wind vor Kohle und Atom am billigsten.
Quelle: Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS) zur Studie

Ansprechpartner: Kilian Rüfer.

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